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ard 21.04.20171917 Nachtmagazin zur Berlinpremiere - Der Wahre Oktober:

rbb 20.04.2017 zur Berlinpremiere 1917 - Der Wahre Oktober:

lose, bis 31.Mai 2013.

Pressematerial auf den Sites der jeweiligen Filme oder Sites der Sender.   ZDF, Mittagsmagazin "Finanzkrise im Wohnzimmer, Sendung vom 30.5.2013, Taz überregional 30.5.2013, "Platte oder Stadtrand", Berliner Zeitung, 30.5.2013, "In Wirklichkeit war alles noch viel schlimmer" , Interview im Freitag, 29.5.2013 von Maxi Leinkauf "Wir hatten wenig Spielraum" , Taz Berlin 27.5.2013 über den Film und den Tag des Mieters in der Volksbühne, Kurzinterview im Tip Stadtmagazin Berlin "Das Leben ist keine Rechenaufgabe", Kölner Stadtanzeiger: "Im Strudel des Immobilienhypes" , Kölner Stadt-Anzeiger print 30./31.Mai "Entmieten strengstens verbieten".
  Spiegel online, 25.4.2010
"...Auch versierte Komiker sind eben im normalen Leben ganz normale, auch mal gelangweilte oder langweilige Polenreisende. Dass der
Film das zulässt und nicht ausschließlich auf Gags am laufenden Band und musikalisch untermalten Slapstick setzt, lässt den Beitrag sehr souverän wirken."
 

Kölner Stadt Anzeiger 20.10.2009
"...kein Klischee, aber auch absolut gar keins passt auf diesen Patchworkfilm, dessen sorgsam zusammengenähte einzelteile von Minute zu Minute mehr fesseln, bis sie schließlich am Ende die ebenso unterhaltsam wie kunstvoll gesponnenen Erzählfäden wieder am Anfang der Handlung zusammenführten und dabei zu einem wunderbar anregenden denkanstößen verstricken - historisch, menschlich widersprüchlich, politisch absolut unkorrekt und gerade deshalb um so ehrlicher..."

 

taz 19.10.2009
"...Berts Freunde haben sich mit der neuen staatlichen Gewalt geeinigt und sind legale Bewohner der Häuser geworden, mietfrei dürfen sie wohnen, wenn sie selbst mit Hand anlegen bei der Sanierung. Aus Hausbesetzern sind Hausmeister geworden, so jedenfalls sieht es Bert...."
mehr

  OTZ 5.10.2009   Berliner Zeitung 15.9.2009
".... Insgesamt ist es wohl ein Film zwischen allen Stühlen geworden: Dem einen wird der Umgang mit der Szene nicht kritisch genug sein - für andere viel zu kritisch...."
mehr   Berliner Zeitung 7.7.2008
" ... 'öffentlich-rechtliches Themenfernsehen im besten Sinne: charmant und kurzweilig, publikumsaffin und authentisch' kündigt das ZDF sein neues 'dokumentarische Animationsformat' an. ... "
Mehr...   Interview mit Katrin Rothe auf heute.de 13.1.2008
" ... Es sind die Menschen, die das Leben auf unserer Erde bestimmen. Ich will jedem Einzelnen seine eigene Kraft bewusst machen. ... "
Mehr ...   epd medien 17.3.2007
" ... Die Doku-Soap mit Zeichentrick, in deren Mittelpunkt fürnf Arbeitssuchende stehen, wurde von der Jury als herausragendes Beispiel für gelingende Sozialberichterstattung gelobt .... "
Mehr...   aus der Begründung der Jury für den Adolf-Grimme-Preis 2007
" ... Katrin Rothe – gelernte Trickfilmerin – hat zu einem wunderbaren Trick gegriffen, um uns auch das zu zeigen, was der Kamera gewöhnlich verborgen bleibt. ... "
Mehr ...   SPIEGEL ONLINE 8.11.2006
" ... In der deprimierend heiteren Dokusoap "Stellmichein!" wird über die Sehnsüchte und Selbstzweifel einer Gruppe Jobsuchender berichtet ... "
Mehr ...  

Pressespiegel zu "Dunkler Lippenstift macht seriöser":

Pressematerial: Filmbilder und Text der Regisseurin: hier klicken
 
Tagesspiegel 12.11.2003
"…bitter-ironischer Blick auf weiblichen Bewerbungsmarathon…"
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Süddeutsche Zeitung 14.11.2003
"… Halb verzweifelte Akademikerinnen im Bewerbungs-Stress, beim Versuch, Supergirls in einem turbulenten Comic zu werden — dem Leben."
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epd medien Nr.98 13.12.2003
"…Nach den Originaltönen der Bewerbungsgespräche hat Katrin Rothe comicartige Szenen gezeichnet und kann auf diese Weise auch die komischen Aspekte solcher Gespräche ins Spiel bringen…"
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Schnitt #32 4/03
"…die Szenerie mutiert zu einer charmanten Melange aus Ideal und Realität…"
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fm4.orf.at
"…Die Momente, die engagierte und gutvorbereitete Twens während ihrer Vorstellungstour erleben, hat Regisseurin Rothe absurd in eine Art Doku-Soap gepackt. …"
fm4.orf.at
 
www.crossingeurope.at
"…Rothes „Doku-Soap“ schildert eine an sich ganz miserable Situation mit einer gehörigen Portion absurden Humors…"
www.crossingeurope.at
 
FAZ, 3.11.2003, www.faz.net
"…Auf originell-unterhaltsame Weise erzählt "Dunkler Lippenstift macht seriöser" von Katrin Rothe vom verzweifelten Vorstellungsmarathon zweier junger Akademikerinnen…"
FAZ, 3.11.2003, www.faz.net
 
www.verdi-publik.de 18.11.2003
"…Was junge Akademikerinnen bei ihrem verzweifelten Vorstellungsmarathon zu hören und zu sehen kriegen…"
www.verdi-publik.de 18.11.2003
 
Stuttgarter Zeitung 17.11.2003
"…Der Clou des Films sind freilich kurze Trickanimationen, in denen die Bewerbungsgespräche nacherzählt werden…"
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Westdeutsche Allgemeine Zeitung 17.11.2003
"…schnörkellos und dicht an der Lebensrealität…"
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Kölner Stadt-Anzeiger 17.11.2003
"…Wenn die irritierte Silke zum Vorstellungsgespräch in eine schmuddelige Küche geführt wird, wirkt ein kurzer Comicstrip von dieser Szene überaus passend und kommentierend…"
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(Jana Hensel) LVZ online 11.2003
"…Katrin Rothe schaut ihren Protagonistinnen über die Schulter, wenn sie Bewerbungen schreiben…"
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zitty 22/2003
"…eine ebenso interessante wie ihrem Thema zuim Trotz unterhaltsame Dokumentation, die neben viel Realsatire einen Eindruck davon vermitttelt, wie schwierig es ist, seine Würde und Selbstachtung bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage zu bewahren."
 
Radio FRO: Frozine
Radiosendung zu "Crossing europe - Arbeitswelten" (MP3, ca. 9 MB)
6.5.2004
 
 
 

taz 19.10.2009"
Gar nicht lange her - doch so weit weg (VON THOMAS TRAPPE)
"Die Ex bin ich" widmet sich der Hausbesetzer-Szene im Berlin der Neunziger. Es geht um vergessene Ideale und die eigene Identität.
Im Film dreht sich alles um den aufbrausenden Bert - doch der ist schon tot.
Ab und an ist mal zu sehen, wie ein paar Geldscheine den Besitzer wechseln. D-Mark-Scheine. Die Szenerie ist also nicht richtig historisch, aber trotzdem aus einer Zeit, die so nicht mehr ist, die 90er eben. Es gibt dann in "Die Ex bin ich" von Regisseurin Katrin Rothe immer mal wieder diesen Aha-Effekt: Ach ja, so war das damals, ach ja, das ist ja gar nicht so lange her.
Es geht um Hausbesetzer. Bert kommt kurz nach dem Mauerfall aus Hildesheim nach Ostberlin, wohnt dort illegal mit neuen Freunden aus dem Osten in einem zerfallenen Altbau. Die Zeiten sind so, eine staatliche Gewalt gibt es gerade nicht, freien Wohnraum umso mehr. Später, als die Ordnung wiederhergestellt ist, prügelt sich Bert mit der Polizei, er kommt vor Gericht und schließlich ins Gefängnis.
Als er entlassen wird, ist vieles wie früher, doch irgendwie auch nicht. Berts Freunde haben sich mit der neuen staatlichen Gewalt geeinigt und sind legale Bewohner der Häuser geworden, mietfrei dürfen sie wohnen, wenn sie selbst mit Hand anlegen bei der Sanierung. Aus Hausbesetzern sind Hausmeister geworden, so jedenfalls sieht es Bert.
Nun dreht sich bei "Die Ex bin ich" zwar alles um Bert, doch der ist da schon tot. Er bringt sich gleich in der ersten Szene des Films um und erzählt seine Geschichte - als Zeichentrickfigur. Parallel versuchen drei Exfreundinnen Berts, seinen Tod zu meistern: Die genauso unsichere wie aufbrausende Anne (Maria Kwiatkowsky), die Bert wohl am nächsten stand, will sich nicht so recht entscheiden, ob sie sich in ihrem Irgendwie-Punk-Leben einrichtet oder doch noch neu anfängt. Sandra (Frederike Kempter), die Jura studiert und nicht dran denkt, sich dafür rechtfertigen zu müssen. Und Brit, die sich als Kneipenbesitzerin durchs Leben wurschtelt.
Von dem spannungsgeladenen Zusammenspiel der Schauspielerinnen geht eine gewisse Beklemmung beim Zuschauen aus. Vor allem Anne und Brit verkörpern Lebensmodelle, die nicht mehr so recht in die nahenden neuen Zeiten passen werden, und sie ahnen das. Wie überhaupt alle Szenen in diesem Film den Hauch des Melancholischen tragen.
Dass Bert im Film nur als Comic-Strip vorkommt, macht "Die Ex bin ich" erst recht außergewöhnlich . Vielleicht war es für Regisseurin Katrin Rothe schlicht die billigste Möglichkeit, zum Beispiel tränengasreiche Straßenschlachten einigermaßen effektvoll auf den Bildschirm zu bringen.
Aber egal, ob hier aus der Not eine Tugend gemacht wurde - es wirkt. Die Szenen sitzen und machen ganz nebenbei deutlich, worum es geht: um Menschen, die alle auf ihre Art mit der Realität hadern. Und Bert haderte derart, dass sein Leben im Nachhinein am besten als Trickfilm erzählt ist.
Katrin Rothe, die auch das Drehbuch schrieb, widmet sich verlorenen Idealen - einer Subkultur, die es so wohl nur in Berlin der Wendejahre gab - und rechnet mit der Yuppisierung der Stadt ab. Das alles tut der Film leise, subtil. Gerade deshalb ist es schade, dass ihn das ZDF nachts um halb eins zeigt. Er hätte einen besseren Platz verdient.

 
Berliner Zeitung, 15.9.2009
Nicht nur Steinewerfer und Autoanzünder (Torsten Wahl)
"Die Ex bin ich" - Regisseurin Katrin Rothe reist mit Spielfilmdebüt in ihre Hausbesetzerzeit zurück
Im Viertel um die Kastanienallee in Prenzlauer Berg schließt sich ein Kreis: Hier hat Katrin Rothe Anfang der 90er-Jahre in besetzten Häusern gelebt, hier drehte sie voriges Jahr ihr Spielfilmdebüt - nun wird "Die Ex bin ich" erstmals vorgeführt, in der Volksbühne im Prater.
Der Film spielt nach der Wiedervereinigung, als sich die Wege der Besetzer nach der Räumung der Mainzer Straße teilten. Die einen schlossen Verträge ab, andere stiegen aus oder radikalisierten sich. Katrin Rothe kennt diese Zeit aus eigenem Erleben. Die Thüringerin war kurz nach der Wende nach Berlin gekommen. Sie studierte visuelle Kommunikation und machte sich einen Namen mit der Verbindung von Trickfilm und Dokumentation. Für die ZDF-Serie "Stellmichein" bekam sie den Grimme-Preis.
Auch in ihrem Spielfilmdebüt setzt sie Trickfilm ein. Hausbesetzer Bert spricht als Comicfigur aus dem Jenseits: Er hatte sich vor einen Zug geworfen. Nach seinem Tod lernen sich drei Ex-Freundinnen kennen, finden beim Streit um Berts Erbe zueinander und trennen sich wieder. Die Figur der Anne (Maria Kwiatkowsky) weist Parallelen zur Regisseurin auf: Auch sie zieht aus, um sich der Kunst widmen zu können.
Mit ihrem Film, den das ZDF produzierte, will Katrin Rothe eine Innensicht einer Szene zeigen, die oft auf Gewalttäter reduziert wird. "Alternative sind doch nicht nur Hundepunks, Steinewerfer und Autoanzünder - es gibt eine große Vielfalt an Lebensentwürfen", sagt sie. Für Jüngere ist die Hausbesetzerzeit schon ferne Vergangenheit. Als sie ihre Hauptdarstellerin Friederike Kempter ("Tatort") durch ein Wohnprojekt führte, war die 30-Jährige vor allem geschockt davon, dass die Bewohner ihre Zimmer im Urlaub "freimelden" mussten, damit Gäste einquartiert werden können.
Beim Schreiben des Drehbuchs suchte Katrin Rothe lange nach Wegen, um ihre Figuren sympathisch wirken zu lassen, ohne sie zu glorifizieren. Und auch um Ost-West-Konflikte ging es ihr. "Wir Ostler waren viel zu naiv", sagt sie heute. Insgesamt ist es wohl ein Film zwischen allen Stühlen geworden: Dem einen wird der Umgang mit der Szene nicht kritisch genug sein - für andere viel zu kritisch.
Bei der Premiere will Katrin Rothe nicht nur zurückblicken, sondern mit Ex-Hausbesetzern wie dem Soziologen Andrej Holm diskutieren. Für sie ist es normal, dass sich Viertel entwickeln und die Jüngeren neue Quartiere entdecken. Sie selbst sieht sich als "Wochenendhippie", fährt mit ihren beiden Kindern gern im Campingbus aufs Land. Beruflich war sie gerade in Polen, drehte mit Kurt Krömer und Steffen Möller eine Reisedokumentation. Den 20. Jahrestag der Räumung der Mainzer Straße nächstes Jahr würde sie gerne aufarbeiten - noch wird ein Auftraggeber gesucht.
Premiere: Heute, 20 Uhr, Volksbühne im Prater, danach Diskussion. TV: 19. Oktober, 0.40 Uhr, ZDF.
 

"Feinde und Zuchtmeister" Tagesspiegel 12.11.2003 (Silvia Hallenstein)
"… Unter dem Motto "Absolute Beginner — der erste Job", im ZDF-Nachtprogramm montags noch bis mitte Dezember zu sehen, hat der Dokumentarfilmer-Nachwuchs sieben filme realisiert, — vom bitter-ironischen Blick auf weiblichen Bewerbungsmarathon (Katrin Rothes "Dunkler Lippenstift macht seriöser") bis zu den inneren Migrationsgeschichten von "Westwärts" (Regie Ursula Gruber). Während Katrin Rothe geschickt Trickfilmsequenzen einsetzt, um die oft entscheidenden Momente zu erzählen, bei denen keine Kamerapräsenz gestattet ist, durfte Andreas Pichler für "Call Me Babylon" mit offizieller Erlaubnis in einem Amsterdamer Call-Center drehen…"


"… Am Montag zeigt das Kleine Fernsehspiel Dunkler Lippenstift macht seriöser von Katrin Rothe, dem dritten Film der Reihe. Halb verzweifelte Akademikerinnen im Bewerbungs-Stress, beim Versuch, Supergirls in einem turbulenten Comic zu wereen — dem Leben."
"der Glanz von Mainz" Süddeutsche Zeiutung 14.11.2003 (Claudia Tieschky)

… Erzählerisch gelungen ist auch "Dunkler Lippenstift macht seriöser". Autorin Katrin Rothe kommt vom Animationsfilm und integriert Trickfilmsequenzen ins Dokumentarische. Sie erzählt von zwei jungen modernen Frauen iom Bewerbungsmarathon um eine erste feste Stelle: Wie man sich darauf vorbereitet, wie man in diese Gespräche geht und wieder aus ihnen herauskommt. Auch dies ein gewöhnlich unsichtbares Feld im gesellschaftlichen Leben. Nach den Originaltönen der Bewerbungsgespräche hat Katrin Rothe comicartige Szenen gezeichnet und kann auf diese Weise auch die komischen Aspekte solcher Gespräche ins Spiel bringen. Der Ernst der Lage bekommt Leichtigkeit.
"Fremdes Leben" epd medien Nr. 98 13.12.2003 (Fritz Wolf)

"…Anders bei Dunkler Lippenstift macht seriöser von Katrin Rothe und Andreas Pichlers Call Me Babylon, den beiden herausragenden Filmen der Reihe. Sie beweisen, was für ein großer formaler Spielraum im Dokumentarischen stecken kann, und treffen am genauesten den Zwiespalt der gegenwärtigen Generation von Berufsanfängern, sich einerseits nach einem festen Platz im Leben zu sehnen und diese Sehnsucht im Umkehrschluß genauso schnell wieder in Frage zu stellen. Ruhelose Heimwerker am eigenen Lebensentwurf.
Katrin Rothe begleitet zwei junge Frauen beim ganz normalen Bewerbungswahnsinn. Inserate markieren, Zeugnisse kopieren, Bewerbung zur Post bringen. Banges Warten. Zum Briefkasten gehen, Absage abholen, Nervenzusammenbruch. Kommt es dann doch einmal zum Vorstellungsgespräch, verwandeln sich die Protagonistinnen in Comicfiguren und die Szenerie mutiert zu einer charmanten Melange aus Ideal und Realität."
Aktion Zukunft Schnitt #32 4/03 (Mark Stöhr)

Jobsuche als Comic
"Kleines Fernsehspiel" im ZDF

Silke, 29 hat das Diplom in der Tasche und hat bereits praktische Berufserfahrung gesammelt. Nun richtet sie im Fahrstuhl noch schnell die Frisur. Ein prüfender Blick in den Spiegel — alles scheint zu stimmen. Kann da beim bevorstehenden Bewerbungsgespräch etwas schief gehen? Aber ja — wenn man nur wüßte, was.
Vielleicht habe ich zu oft gelächelt, denkt Silke nach einem wieder mal vergeblichen Vorstellungsgespräch. In einem Ratgeberbuch hieß es schließlich, man solle nicht fröhlicher sein als der Personalverantwortliche. Oder wars die Farbe des Lippenstifts? "dunkler Lippenstift macht seriöser" hat Katrin Rothe ihren ungewöhnlichen Dokumentarfilm genannt, weil genau das einer Freundin als Tipp bei der Jobsuche mit auf den Weg gegeben worden war. "Damals lachte ich darüber nur. Dennoch erschütterte mich, wie das sonst selbstbewußte Mädchen sich verunsichern ließ", sagt Katrin Rothe.
So ergeht es auch den beiden jungen Frauen, die Rothe in ihrem Film von einem Bewerbungsgespräch zum nächsten begleitet. Neben der Diplom-Kauffrau Silke, die sich um jedes Detail ihres Auftretens Gedanken macht und auch ein Bewerbungstraining absolviert, ist das Anne, 28, eine Diplom-Modedesignerin, die ein wenig verträumt wirkt und eher spontan an die Sache herangeht. Immer wieder zieht Anne Absagen aus ihrem Briefkasten, erhält Silke am Telefon ernüchternde Nachrichten. Das Selbstbewußtsein der beiden schwindet zusehends.
Der Clou des Films sind freilich kurze Trickanimationen, in denen die Bewerbungsgespräche nacherzählt werden; denn die Kamera war in diesen entscheidenden Momenten nicht dabei. Eine originelle Idee, die bei aller Ernsthaftigkeit auch etwas von der unfreiwilligen Komik solcher Gespräche vermittelt. Wenn die irritierte Silke zum Vorstellungsgespräch in eine schmuddelige Küche geführt wird, wirkt ein kurzer Comicstrip von dieser Szene überaus passend.
"Dunkler Lippenstift macht seriöser" von Katrin Rothe ist der dritte Film in einer siebenteiligen Dokumentarfilm-Reihe des "Kleinen Fernsehspiels", die sich mit dem Berufseinstieg junger Menschen beschäftigt. 177 Vorschläge von Nachwuchsregisseuren und -regisseurinnen waren beim ZDF eingereicht worden.…"
Stuttgarter Zeitung 17.11.2003 (Thomas Gehringer)

Jobsuche mit der Kamera

Pfiffige Reportage aus dem Arbeitsleben
Auch ein glänzender Universitätsabschluß bietet kaum eine Garantie für einen Arbeitsplatz. Von diesen leidvollen Erfahrungen können Silke und Anne ein Lied singen. Die beiden Endzwanzigerinnen aus Berlin sind als Volkswirtin und Modedesignerin hoch motiviert und flexibel. Beide scheuen zwar kein Bewerbungsgespräch, merken aber, wie mit der Quantität der Absagen das Selbstbewußtsein sinkt. Als Silke zu einem Vorstellungsgespräch nach Frankfurt eingeladen wird und Anne ein Praktikum angeboten wird. scheint sich endlich das Blatt zu wenden.
Wie die Frauen mit der Situation umgehen lernen, erzählt Katrin Rothe in "Dunkler Lippenstift macht seriöser" (0.20 Uhr, ZDF). Mit der Kamera hat sie die ehrgeizige Silke und die eher verträumte Anne zwischen Hoffnung und Bangen begleitet. Dass aus ihrer sehenswerten Doku keine traurige Sozialreportage geworden ist, liegt am pfiffigen Zugang zum Thema. Schnörkellos und dicht an der Realität hat Rothe den Ablauf von Bewerbungsgesprchen per Animation aufbereitet. Das verleiht ihrer Beobachtung eine heitere Note in tristen Zeiten.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung 17.11.2003 (RB)

Dunkler Lippenstift macht seriöser
Dokumentarfilm von Katrin Rothe

Silke, 29 hat das Diplom in der Tasche und hat bereits praktische Berufserfahrung gesammelt. Nun richtet sie im Fahrstuhl noch schnell die Frisur. Ein prüfender Blick in den Spiegel — alles scheint zu stimmen. Kann da beim bevorstehenden Bewerbungsgespräch etwas schief gehen? Aber ja — wenn man nur wüßte, was.
Vielleicht habe ich zu oft gelächelt, denkt Silke nach einem wieder mal vergeblichen Vorstellungsgespräch. In einem Ratgeberbuch hieß es schließlich, man solle nicht fröhlicher sein als der Personalverantwortliche. Oder wars die Farbe des Lippenstifts? "dunkler Lippenstift macht seriöser" hat Katrin Rothe ihren ungewöhnlichen Dokumentarfilm genannt, weil genau das einer Freundin als Tipp bei der Jobsuche mit auf den Weg gegeben worden war. "Damals lachte ich darüber nur. Dennoch erschütterte mich, wie das sonst selbstbewußte Mädchen sich verunsichern ließ", sagt Katrin Rothe.
So ergeht es auch den beiden jungen Frauen, die Rothe in ihrem Film von einem Bewerbungsgespräch zum nächsten begleitet. Neben der Diplom-Kauffrau Silke, die sich um jedes Detail ihres Auftretens Gedanken macht und auch ein Bewerbungstraining absolviert, ist das Anne, 28, eine Diplom-Modedesignerin, die ein wenig verträumt wirkt und eher spontan an die Sache herangeht. Immer wieder zieht Anne Absagen aus ihrem Briefkasten, erhält Silke am Telefon ernüchternde Nachrichten. Das Selbstbewußtsein der beiden schwindet zusehends.
Der Clou des Films sind freilich kurze Trickanimationen, in denen die Bewerbungsgespräche nacherzählt werden; denn die Kamera war in diesen entscheidenden Momenten nicht dabei. Eine originelle Idee, die bei aller Ernsthaftigkeit auch etwas von der unfreiwilligen Komik solcher Gespräche vermittelt. Wenn die irritierte Silke zum Vorstellungsgespräch in eine schmuddelige Küche geführt wird, wirkt ein kurzer Comicstrip von dieser Szene überaus passend.
"Dunkler Lippenstift macht seriöser" von Katrin Rothe ist der dritte Film in einer siebenteiligen Dokumentarfilm-Reihe des "Kleinen Fernsehspiels", die sich mit dem Berufseinstieg junger Menschen beschäftigt. 177 Vorschläge von Nachwuchsregisseuren und -regisseurinnen waren beim ZDF eingereicht worden.…"
Kölner Stadt-Anzeiger 17.11.2003 (Thomas Gehringer)

Irgendwie klappt nichts
Autorin Jana Hensel ("Zonenkinder") über "Dunkler Lippenstift macht seriöser" von Katrin Rothe aus der ZDF-Reihe "Absolute Beginner"
"Jung,erfolgreich und entlassen" titelte der SPIEGEL im letzten Jahr und erregte Aufsehen. Die porträtierten Arbeitslosen passten in kein Klischee. Weder dass sie nur über einen Hauptschulabschluß verfügten noch dass sie mit einer Flasche Becks auf der Parkbank fotografiert wurden. Sie waren jung, sahen gut aus und hatten in der ganzen Welt studiert. Denn die Kündigungswelle hatte plötzlich auch die Elite erreicht, junge Akademiker.
Vor allem Neueinsteiger haben es schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Silke Korte und Anne Dettmer sind zwei davon. Sie haben gerade ihr Studium abgeschlossen und sind auf Jobsuche. "Suche anspruchsvolle Tätigkeit", haucht eine zu Beginn mit unsicherer Stimme ins Telefon. Die Frau von der Personalabteilung wird sich ihr Teil gedacht haben. Dettmer träumt als gelernte Modedesignerin von einer kreativen Beschäftigung in einer Agentur. Die Diplomkauffrau zieht es eher in die Marketingabteilungen großer Konzerne.
Katrin Rothe schaut ihren Protagonistinnen über die Schulter, wenn sie Bewerbungen schreiben. Sie geht mit ihnen zum Friseur und zur Post. Jeden Tag fängt sie die beiden vor dem Briefkasten im Treppenhaus ab und hält mit der Kamera drauf, wenn enttäuscht die negativen Antwortschreiben gelesen werden. Immer und immer wieder die gleichen Bilder, die Frustation der jungen Frauen steigert sich. Irgendwie klappt nichts.
Man traut es sich angesichts der trostlosen Situation auf dem Arbeitsmarkt gar nicht laut zu sagen: Irgendwie stellen sich die beiden auf der suche nach dem Job ihres Lebens blöd an. Die eine glaubt naiv an die Soforteinstellung und ist maßlos enttäuscht, bietet man ihr ein unbezahltes Praktikum an. Schließlich hat sie doch, das wiederholt sie ständig, ein Hochschulstudium abgeschlossen! die andere wiederum klammert ssich unsicher an Bewerbungsbücher und besucht Seminare für Vorstellungsgespräche…"
LVZ online 10/2003 (Jana Hensel)
 

 

die Regisseurin über "Dunkler Lippenstift macht seriöser" (pdf 68 kB)
 
 

 

 

Papier, Stift und Kleber

Wie das ZDF versucht, mit Animationsformaten die Welt zu erklären
Torsten Wahl
Die Anpreisungen verheißen Besonderes: Als "öffentlich-rechtliches Themenfernsehen im besten Sinne: charmant und kurzweilig, publikumsaffin und authentisch" kündigt das ZDF sein neues "dokumentarische Animationsformat" an. Doch wann zeigt der Sender seine Innovation? Um halb drei in der Nacht zum Dienstag! Da wird der Sendetitel zur Frage an die Autorin: "Was tust du eigentlich?" Doch Regisseurin Katrin Rothe nimmt die Ausstrahlung im nächtlichen Niemandsland erstaunlich gelassen hin. Ihr ist wichtig, dass sie demonstrieren kann, was dieses Format vermag.
In zwei Wochen eine Folge
In "Was tust du eigentlich?" stellt sie Menschen aktuelle und grundsätzliche Fragen wie "Was tust du gegen den Klimawandel?" und unterlegt die O-Töne mit Animationen, die auf den ersten Blick herrlich anachronistisch wirken. Denn statt mit Computertricks wird mit Papier, Schere, Kleber und Stift mal putzig illustriert, mal überspitzt oder ironisch kommentiert. Einige der zehn kurzen Episoden stehen schon seit ein paar Wochen auf der Website heute.de, eine Folge wurde versuchsweise im Anschluss an das Magazin "Mona Lisa" ausgestrahlt - ohne weitere Folgen.
Katrin Rothe hat die Hoffnung, dass ihre Methode, aktuelle Diskussionen anders widerzuspiegeln, weitere Chancen bekommt. Alle zwei Wochen könne sie mit ihrem Team eine Folge liefern. "Jeder glaubt doch insgeheim, dass jeder so denkt wie er selbst. Doch wir zeigen, wie weit die Spanne reicht." Die animierten Bilder sieht sie nicht nur als Illustrierung, sondern als Verstärkung des Gesagten. In die Collagen fließe der Charakter der Interviewpartner ein.
Schon mit ihrer vorigen Serie hatte Katrin Rothe bewiesen, dass Zeichentrickszenen für sie nicht nur ein optischer Gimmick sind, sondern Authentisches betonen können. In der Doku-Soap "Stellmichein!", die im letzten Jahr mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet worden war und die das ZDF heute Nacht wiederholt, begleitet sie fünf Arbeitslose bei ihrer Jobsuche. Zentrale Szenen, wie die Bewerbungsgespräche, werden als Zeichentrick gezeigt. Katrin Rothe betont, dass Kameras, falls sie von den Personalchefs überhaupt gestattet worden wären, die Situation zu stark verändert hätten und rekonstruierte deshalb die Gespräche aus Sicht der Arbeitssuchenden. "Ich ließ mir alles so genau wie möglich erzählen: wer wann in welches Zimmer ging, sogar, welche Farbe der Teppich hatte."
Ihr Stil erregte Aufmerksamkeit und führte zu Folgeaufträgen. Derzeit kümmert sich Katrin Rothe um die Animationsszenen zu ihrem ersten Spielfilm - der Hauptheld von "Die Ex bin ich" ist überhaupt nur im Zeichentrick zu sehen. Der Film spielt im Milieu von Hausbesetzern und blickt vom Jahr 1991 auf die Zeit nach dem Mauerfall zurück. Die aus Thüringen stammende Katrin Rothe hat wie ihre Helden eine Zeit lang in besetzten Häusern gelebt und seit 1991 an der Hochschule der Künste "Visuelle Kommunikation" und "Experimentelle Filmgestaltung" studiert. Doch während viele Kommilitonen von vornherein nicht vorhatten, mit Filmexperimenten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, suchte Rothe beharrlich nach Einsatzmöglichkeiten: "Wozu hat der Staat sonst so viel Geld in unsere Ausbildung gesteckt?"
Als sie merkte, dass ihre Arbeiten immer mehr einen erzählenden, dokumentarischen Charakter bekamen, fand sie in der ZDF-Programmwerkstatt "Quantum" des Kleinen Fernsehspiels Auftraggeber, die offen für ihre Vorschläge sind. Ihre Hausbesetzerzeit liefert bis heute Impulse: "Wir haben Fernseher zum gemeinsamen Gucken auf die Straße gestellt - das war damals noch anarchistisch." Auch ihr aktuelles Werk "Was tust du eigentlich?" wird sie heute um 21 Uhr im Public Viewing zeigen: Im "Rosengarten" des Weinbergsparks. Vielleicht gucken hier ja mehr zu als bei der nächtlichen ZDF-Ausstrahlung.
(Torsten Wahl, Berliner Zeitung 7.7.2008)
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Kein Jammerton

... Überzeugend fand die Jury wiederum "Stell mich ein!" von Katrin Rothe (ZDF). Die Doku-Soap mit Zeichentrick, in deren Mittelpunkt fürnf Arbeitssuchende stehen, wurde von der Jury als herausragendes Beispiel für gelingende Sozialberichterstattung gelobt. Katrin Rothe verfällt nicht in den jammernden Ton so vieler sozialreportagen, sie begleitet ihre fünf Protagonisten, und es gelingt ihr, dass wir mit ihnen leiden, wenn wieder eine Absage komt oder wenn aus der schon zugesagten Stelle doch nichts wird. Die liebevoll gezeichneten Cartoons, mit denen die Autorin die Szenen illustriert, die sie nicht filmen konnte (etwa Vorstellungsgespräche), wurden als sehr unterhaltsam gelobt. Sie rückten zudem die Personen wieder ein Stückchen weg und zeigten das Exemplarische in jedem Fall. Ein Grimme-Preis also für die Doku-Soap, die obendrein ein gelungenes Servicestück für all diejengen ist, die in der selben Situation sind.
...

(aus "Die Vielschichtigkeitsfalle. Die Grimme-Jury "Information und Kultur" / von Diemuth Roether in: epd medien Nr 21, 17.3.2007)

 
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Katrin Rothe Filmproduktion

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